diaconcept® - Modul 4
Lebensqualität und Teilhabe gemeinsam sichern
Worum geht es im Detail?
Wenn Kontrolle verloren geht – professionell bleiben im Ausnahmezustand
„Was wir Krise nennen, ist oft eine gelebte Überlebensstrategie.“
Dieses Modul beschäftigt sich mit grenzüberschreitendem und herausforderndem Verhalten sowie dessen Ursachen, Entstehungsdynamiken und neurobiologischen Grundlagen. Im Mittelpunkt steht das Verständnis, dass Verhalten in eskalierenden Situationen häufig mit einem Verlust von innerer Steuerungsfähigkeit einhergeht und damit Ausdruck eines Kontrollverlustes ist, in dem der Mensch seine Handlungsregulation nur noch eingeschränkt aufrechterhalten kann.
Die Teilnehmenden lernen, solche Situationen fachlich einzuordnen und sich sicher im Spannungsfeld von Deeskalation, Schutzauftrag und professioneller Handlungssicherheit zu bewegen. Zentrale Inhalte sind dabei deeskalierende Handlungs- und Gesprächssäulen wie die bewusste Reflexion des eigenen Auftretens (inklusive blinder Flecken), der Einsatz von Fragen als Methode sowie aktives Zuhören als stabilisierende Kommunikationsform.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Vertiefung der Selbstreflexion. Eigene Anteile in Konfliktsituationen werden systematisch betrachtet, insbesondere im Hinblick auf Komfortzone, persönliche Glaubenssätze, Werte und Normen sowie individuelle Konfliktmuster nach Doppler/Lauterburg. Ziel ist es, die eigene Reaktionsweise in herausfordernden Situationen besser zu verstehen und professionell steuerbar zu machen.
Die praxisorientierte Anwendung erfolgt unter Einbindung des diaconcept Stufenmodells, wobei insbesondere die Dynamik des zunehmenden Kontrollverlustes und der Übergang in akute Krisensituationen betrachtet werden. Daraus leiten sich Handlungssicherheit, klare Grenzen sowie angemessene Interventionen ab.
Im Fokus steht zudem die Frage, was im Moment eines Kontrollverlustes fachlich und rechtlich zu tun ist. Behandelt werden Grundlagen zu Notwehr und Notstand sowie institutionelle Vorgaben in sozialen Einrichtungen. Ergänzend werden Anforderungen an Nachsorge und Fürsorgeprozesse thematisiert, einschließlich der Vorstellung eines strukturierten Nachsorgemodells, der Rolle der Berufsgenossenschaft sowie der Folgen fehlender Fürsorge. Abschließend wird die Bedeutung von Gewaltschutz und präventiven Strukturen im institutionellen Kontext hervorgehoben.
Ziele
- Eskalationsdynamiken und Kontrollverlust fachlich verstehen
- Deeskalierend und handlungssicher kommunizieren
- Rechtliche Grundlagen sowie Nachsorge sicher anwenden
Zielgruppe
- Mitarbeiter:innen der Eingliederungshilfe
Methoden
- Input-Phasen
- Rollenspiele
- Selbstreflexion & Übungen
- Kleingruppenarbeit
Was bringen die Teilnehmer:innen mit?
- Teilnahme an den Modulen 1-3
- Tätigkeit im sozialen, pädagogischen oder pflegerischen Arbeitsfeld
- Bereitschaft, sich mit sich selbst und der eigenen Wirkung auseinanderzusetzen
- Interesse an persönlicher und fachlicher Weiterentwicklung
- Offenheit für neue Perspektiven und Sichtweisen
- Bereitschaft zum praxisnahen Austausch und gemeinsamen Lernen
Investition
280,00€
Zurück zur ÜbersichtTermine
diaconcept® - Modul 4
Kursnummer: K_26-078
Zeitraum: 08.07.2026
Uhrzeit: 09:00-16:30 Uhr
diaconcept® - Modul 4
Kursnummer: 27-040
Zeitraum: 19.03.2027
Uhrzeit: 09:00-16:30 Uhr
diaconcept® - Modul 4
Kursnummer: 27-044
Zeitraum: 06.10.2027
Uhrzeit: 09:00-16:30 Uhr
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